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schlaflose Nächte

Nun sitze ich hier und will doch eigentlich schlafen. Schlafen, weil morgen ein langer Tag wird, schlafen, weil ich sowieso immer müde und nie ausgeschlafen bin. Einfach nur schlafen. Und was tue ich stattdessen? Was passiert stattdessen? Ich werde wieder mit Gedanken überrollt. Schwere Gedanken. Zu viele Gedanken. Ich hasse es. Wie sehr würde ich mir wünschen, mir eine Pause von ihnen nehmen zu können. Nur eine kleine Pause. Denn ich ziehe diese Last, jeden Tag. Jeden Tag erdrückt sie mich. Ich kann ihr nicht entrinnen und verzweifle an meiner Hoffnungslosigkeit. Wie soll das alles werden, wenn ich nicht mal eine Minute von ihnen entkommen kann? Wie soll das alles werden? Ich fühle mich so allein. So klein. So unbedeutend und nichtig. Welchen Sinn hat meine Existenz, warum bin ich hier, warum das alles? Mein Therapeut sagt, um meinen Gedanken zu entkommen, muss ich sie erst strukturieren. Sie ordnen, damit ich sie bearbeiten kann. Ordnen. Mh. Was für ein bescheuertes Wort für so viel Unordnung. Aber ich muss. Ich muss anfangen, ich will vorankommen.

Ängste. Der wohl größte Punkt. Ich habe unheimlich viele Ängste. Da wäre zum einen die Angst vor der Zukunft. Was kommt? Was wird? Ich bin fast 18 und kann seit einem Jahr nicht mehr zur Schule gehen. Ich bin einfach fertig. Dabei wollte ich doch eigentlich nie etwas anderes außer das Abitur und zu studieren. Ich bin seit einem Jahr zu Hause und es zeigt sich keine Besserung. Wie soll das alles werden? Was wenn es nie wieder wird? Angst, zu versagen.

Meine Schmerzen. Ich habe tägliche Schmerzen. Gliederschmerzen. Kopfschmerzen. Magenschmerzen. Herr Thera sagt, psychosomatisch. Doch auch hier ist die Angst. Was wenn nicht? Was wenn es doch eine physische Komponente gibt? Bzw. wenn nicht, was wenn sie sich nie wieder bessern? Ich für immer in meinen Schmerzen gefangen bleibe?

Meine Kontakte. Ich wohne zurzeit bei meinem Freund mit seiner Familie. Dort geht es mir ganz gut. Liebe, die ich nie hatte. Wärme. Und auch einen Freundeskreis habe ich. Aber was geschieht im Falle einer Trennung. Die Angst, alleine da zu stehen. Einsamkeit ist das schlimmste Gefühl für mich. Ich halte es nicht aus.

Klinik. Ich habe mich entschlossen Ende Januar in eine Klinik zu gehen. Naja, was heißt entschlossen? Es bringt ja nichts. Ich sterbe mit jedem Tag ein bisschen mehr und merke alleine schaffe ich den Sprung nicht. Aber ich will nicht. Ich will nicht in die Klinik. Ich kriege panische Angst, wenn ich aus meinem Umfeld rausmuss. Ich kann nicht alleine sein. Und was ist, wenn die Klinik der absolute Murks ist? Ich habe gute Bewertungen, aber auch eine Reihe schreckliche gesehen. Ich habe schreckliche Angst.

Und dann ist da die größte Angst. Die Angst vor der Resignation. Nie gesund zu werden. Stehen zu bleiben. Mein Denken ist nur geprägt von Angst. Und ich frage mich warum. Warum bin ich so ängstlich?

22.12.14 23:18
 


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Ani Beutel / Website (1.1.15 21:29)
Ängste sind sehr persönliche Empfindungen. Jeder besitzt andere Ängste, jeder geht anders mit seinen Ängsten um und jeder wird seine Ängste anders wieder los. Mir persönlich hat es in der Vergangenheit geholfen mich meinen Ängsten zu stellen. Dadurch konnte ich sie besiegen und wurde sie los.
Ich hoffe das Beste für dich und wünsche dir von ganzem Herzen, dass es dir bald wieder besser geht. Trau dich ruhig in die Klinik zu gehen und lass dir helfen. Nach einem Tief kommt ein Hoch! Gib nicht auf!
In Liebe Ani Beutel

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